Online Casino in Österreich: legal oder nicht?
Kurz gesagt: Legal ist in Österreich derzeit genau ein Online-Casino - win2day der Österreichischen Lotterien. Alle anderen Anbieter, auch solche mit EU-Lizenz, haben keine österreichische Konzession. Grundlage ist das Glücksspielgesetz (GSpG) von 1989, zuständig ist das Bundesministerium für Finanzen.
Gleichzeitig ist die Rechtslage in Bewegung: Die Lotterienkonzession, unter die auch win2day fällt, läuft 2027 aus, und ein neues Glücksspielgesetz soll den Online-Markt für weitere Anbieter öffnen. Hier steht, was heute gilt und was geplant ist.
Das Glücksspielmonopol: eine Online-Konzession für ganz Österreich
Glücksspiel ist in Österreich grundsätzlich dem Bund vorbehalten. Das Finanzministerium vergibt dafür Konzessionen. Online-Casinospiele - Slots, Roulette, Blackjack, Live-Casino - gelten rechtlich als elektronische Lotterien (§ 12a GSpG) und fallen damit unter die Lotterienkonzession. Diese hält die Österreichische Lotterien GmbH, die Online-Spiele über die Plattform win2day anbietet.
Laut Finanzministerium gilt die Lotterienkonzession bis 30. September 2027. Die Spielbankkonzessionen der Casinos Austria AG für die zwölf landbasierten Casinos laufen bis Ende 2027 beziehungsweise Ende 2030.
| Angebot | Rechtsgrundlage | Wer darf anbieten |
|---|---|---|
| Online-Casino: Slots, Roulette, Live-Spiele | Lotterienkonzession (§ 14 GSpG) | nur Österreichische Lotterien mit win2day |
| Lotto, Toto, Rubbellose | Lotterienkonzession (§ 14 GSpG) | Österreichische Lotterien |
| Landbasierte Casinos | Spielbankkonzession (§ 21 GSpG) | Casinos Austria AG, 12 Standorte |
| Glücksspielautomaten in Spielhallen | Landesausspielungen (§ 5 GSpG) und Landesgesetze | Anbieter mit Bewilligung des jeweiligen Bundeslandes |
| Sportwetten | Wettgesetze der Bundesländer | Buchmacher mit Bewilligung des Bundeslandes |
Sportwetten: Sache der Bundesländer
Sportwetten gelten in Österreich rechtlich nicht als Glücksspiel im Sinne des GSpG. Sie fallen in die Zuständigkeit der Bundesländer, die Buchmacher nach eigenen Wettgesetzen bewilligen. Deshalb gibt es bei Sportwetten viele private Anbieter mit österreichischer Bewilligung - beim Online-Casino aber nur einen.
Wer kontrolliert
Die Konzessionäre beaufsichtigt das Bundesministerium für Finanzen. Gegen illegales Glücksspiel geht vor allem die Finanzpolizei vor. Die Pressemeldungen des Ministeriums zu solchen Einsätzen betreffen bisher meist illegale Glücksspielautomaten in Lokalen, nicht Online-Casinos.
Werden ausländische Casinos gesperrt?
Nach unserem Stand sieht das österreichische Recht bisher keine Netzsperren und keine Zahlungssperren gegen ausländische Online-Casinos vor - ihre Seiten sind ohne Umweg erreichbar. Genau diese Instrumente soll erst das neue Glücksspielgesetz bringen (mehr dazu unten). Adressen mit Zusätzen wie „-at“ oder „austria“ sind deshalb keine Ausweichdomains wegen Sperren: Bei unserer Recherche waren es durchwegs inoffizielle Seiten, die sich als österreichische Version einer Marke ausgeben. Mehr dazu unter Lizenz prüfen.
Werbung für Glücksspiel
Wer verbotene Ausspielungen im Inland bewirbt, begeht nach § 52 Abs. 1 Z 9 GSpG eine Verwaltungsübertretung - mit Geldstrafe bis zu 22.000 €. Die Konzessionäre dürfen werben, müssen dabei aber einen „verantwortungsvollen Maßstab“ einhalten (§ 56 GSpG).
Die Position des Spielers
Das GSpG richtet sich vor allem an Anbieter: Wer verbotene Ausspielungen veranstaltet oder zugänglich macht, dem drohen bis zu 60.000 € Strafe (§ 52 Abs. 1 Z 1). Weniger bekannt ist § 52 Abs. 5: Danach ist auch die Teilnahme an elektronischen Lotterien ohne österreichische Konzession strafbar, wenn die Einsätze vom Inland aus geleistet werden - mit Geldstrafe bis zu 7.500 € bei Vorsatz, sonst bis zu 1.500 €.
Berichte über Verfahren gegen einzelne Spieler haben wir bei unserer Recherche nicht gefunden. Das rechtliche Risiko besteht aber, und es liegt bei dir.
Verlustklagen: Geld zurück vom Casino
Österreichische Gerichte geben Spielern, die ihre Verluste bei Anbietern ohne österreichische Konzession zurückfordern, seit Jahren recht. Der Oberste Gerichtshof hat das etwa in der Entscheidung 1 Ob 37/22f vom 23. März 2022 bestätigt und das Monopol dabei als vereinbar mit dem EU-Recht angesehen. Der Europäische Gerichtshof hat am 16. April 2026 in der Rechtssache C-440/23 entschieden, dass das Unionsrecht nationalen Verboten von Online-Casinospielen und der Rückforderung verlorener Einsätze nicht entgegensteht.
Zwei Einschränkungen solltest du kennen:
- Durchsetzung. Ein Urteil ist nur so viel wert wie seine Vollstreckung. Malta erlaubt seinen Gerichten seit 2023 (Art. 56A Gaming Act), Urteile gegen maltesische Lizenznehmer nicht anzuerkennen - im Jänner 2026 hat ein maltesisches Gericht genau das bei einem österreichischen Urteil getan. Die Betreiber der Casinos in unserem Vergleich haben Lizenzen aus Curaçao, Anjouan oder Tobique, nicht aus Malta; ob sich ein österreichisches Urteil gegen sie durchsetzen lässt, ist ebenfalls ungewiss.
- Die Nichtigkeit wirkt in beide Richtungen. Branchenmedien berichten über eine OGH-Entscheidung, nach der auch ein Anbieter ohne Konzession ausbezahlte Gewinne zurückfordern kann.
Steuer auf Casinogewinne
Für Privatpersonen sind Glücksspielgewinne in Österreich grundsätzlich steuerfrei - sie entstehen durch Zufall und nicht durch Arbeit oder Leistung und gelten daher als nicht steuerbar. So erklären es die Österreichischen Lotterien und win2day, allerdings ausdrücklich für legales Glücksspiel. Eine eigene Regel für Gewinne bei ausländischen Anbietern ohne Konzession haben wir nicht gefunden. Zinsen oder Kursgewinne aus angelegten Gewinnen sind ganz normal steuerpflichtig. Bei größeren Beträgen oder wenn du sehr regelmäßig spielst, lohnt sich ein Gespräch mit einer Steuerberatung.
Die Anbieter selbst zahlen eine Glücksspielabgabe: Für elektronische Lotterien mit Teilnahme aus dem Inland sind es 45 % der Jahresbruttospieleinnahmen (§ 57 Abs. 2 GSpG in der seit 1. Jänner 2026 geltenden Fassung). Ob ausländische Casinos diese Abgabe abführen, lässt sich von außen nicht prüfen.
Das neue Glücksspielgesetz: was geplant ist
Am 29. Juni 2026 hat die Regierung aus ÖVP, SPÖ und NEOS den Entwurf eines neuen Glücksspielgesetzes in Begutachtung geschickt, er ändert auch das Telekommunikationsgesetz. Am 4. August 2026 hat das Finanzministerium den Entwurf der EU-Kommission notifiziert. Damit läuft eine dreimonatige Stillhaltefrist - erst danach kann das Gesetz beschlossen werden. Laut Entwurf und Aussendungen sind unter anderem geplant:
- ein offenes Konzessionssystem für Online-Glücksspiel statt einer einzigen Konzession - mehrere Anbieter sollen eine österreichische Konzession bekommen können, Voraussetzung ist unter anderem ein Stammkapital von mindestens 10 Millionen €,
- eine Black List: Banken und Zahlungsdienstleister sollen Zahlungen an veröffentlichte IBANs illegaler Anbieter blockieren,
- Netzsperren gegen Seiten illegaler Anbieter; laut Koalition sollen auch große Cloud-Anbieter und Suchmaschinen verpflichtet werden,
- ein zentrales Sperrregister für Casinos, Automaten und Online-Glücksspiel (Lotterien ausgenommen) - so etwas gibt es in Österreich bisher nicht,
- Einzahlungslimits: 250 € pro Woche für 18- bis 26-Jährige, 1.680 € pro Monat ab 26 Jahren,
- für landbasierte Casinos 13 statt bisher 12 Standorte.
Bis zum Beschluss kann sich an diesen Punkten noch einiges ändern - wir aktualisieren diese Seite, sobald das Gesetz beschlossen ist. Für Casinos ohne österreichische Konzession würde die Reform Zahlungs- und Netzsperren bedeuten.
Was das für dich bedeutet
Spielst du in einem Casino mit ausländischer Lizenz, schützt dich keine österreichische Behörde. Gibt es Streit um eine Auszahlung, bleibt dir die Beschwerde bei der Lizenzbehörde im Ausland oder der Weg zu Gericht mit ungewisser Durchsetzung. Deshalb lohnt es sich, vor der ersten Einzahlung die Lizenz zu prüfen und zu wissen, an wen du dich im Ernstfall wendest. Wenn dir das Spielen über den Kopf wächst: Hilfe findest du unter Verantwortungsvolles Spielen.
Quellen
- BMF: Konzessionäre und Ausspielbewilligte
- RIS: Glücksspielgesetz, geltende Fassung (§§ 12a, 14, 52, 56, 57)
- OGH 1 Ob 37/22f vom 23. März 2022
- EuGH, Pressemitteilung zur Rechtssache C-440/23 (16. April 2026, englisch)
- Parlament: Ministerialentwurf 125/ME - Glücksspielgesetz, Telekommunikationsgesetz
- BMF: Pressemeldung zur EU-Notifikation, 4. August 2026
- win2day: steuerliche Aspekte von Glücksspiel in Österreich
- Tiroler Tageszeitung: Regierung öffnet Markt für Online-Glücksspiel (Juni 2026)
- ORF: Onlineglücksspielmarkt wird geöffnet (Juni 2026)
- next.io: Maltese court refuses to enforce Austrian ruling (Jänner 2026, englisch)